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Familiengruppenhäuser

Zielgruppe | Pädagogisches Handeln | MitarbeiterInnen | Fachangebot | Elternkontakt | Aufnahme | Entlassung


In vier Familiengruppenhäusern leben drei bis vier Kinder im Vorschul- und Grundschulalter zusammen mit pädagogisch ausgebildeten Fachkräften. Eine weitere pädagogische Fachkraft arbeitet in jeder Familiengruppe mit.


Unsere Zielgruppe

Wir betreuen Kinder mit Entwicklungsverzögerungen und Verhaltensauffälligkeiten, die langfristig oder auf Dauer außerhalb ihrer Herkunftsfamilie leben müssen.

Die Kinder bleiben so lange in unserer Einrichtung, bis sie in ihre Herkunftsfamilie zurückkehren können oder eine sich anschließende adäquate Betreuungsform (Pflegefamilie, Tageseinrichtung etc.) in Anspruch genommen werden kann. Die Kinder und Jugendlichen können auch bis zu ihrer Verselbständigung, einem Schul- bzw. Ausbildungsschluss bei uns leben.
Wir vermitteln Kindern neben der Geborgenheit und dem sozialen Lernfeld der Heimfamilie, vielfältige Lernanreize und praktische Kenntnisse, die sie befähigen, später selbstverantwortlich ihr Leben zu gestalten.

Unser pädagogisches Handeln

Wir streben eine familiennahe Erziehung an. Die Heimfamilie besteht aus den Kindern und einem Paar, das von einer pädagogischen Fachkraft in seiner Arbeit unterstützt wird. Somit können wir den Kindern in einer intimen Lebensgemeinschaft Schutz- und Entfaltungsraum geben.

Unser pädagogisches Handeln vollzieht sich in nicht immer planbaren und vorhersehbaren Alltagssituationen. Erziehung geschieht auch durch Gefühle, sich aufeinander einlassen, miteinander tun, zuhören und sich verständigen.

Zu den Alltagssituationen gehören für die Kinder nicht immer einsehbare Tätigkeiten wie Aufräumen, Mithelfen, Essen, gemeinsame Unternehmungen, Gartenbau und Ernte. Das Aushalten der Eigenarten der Gruppenmitglieder, sich aufeinander verlassen können, sich streiten und sich einigen stellen soziale Lernprozesse dar, die nicht immer leicht fallen.

Unser Ziel ist es dem Kind zu helfen, für seine Verletzungen und Beeinträchtigungen Heilung zu finden bzw. mit ihnen in einer sozial verträglichen und für das Kind zufrieden stellenden Weise leben zu lernen. Hierbei aktivieren wir das bei jedem Kind vorhandene positive Potential und fördern die individuellen Fähigkeiten. Diese Förderung umfasst den emotionalen, sozialen, motorischen, kognitiven und Glaubensbereich.

Die kleinen Lebensgemeinschaften mit geschlechts- und altersgemischter Gruppenstruktur bieten die Chance, die eigenständige Persönlichkeit des Kindes in seinem sozialen Umfeld zu kräftigen und seine individuellen Möglichkeiten bestmöglich zu fördern. Wir geben Geborgenheit, Schutz, Wärme und dadurch Rückhalt und Sicherheit.

Wir fördern die Integration der uns anvertrauten Kinder in die dörfliche Gemeinschaft. Über den Besuch von Kindergarten und Schule hinaus werden nachbarschaftliche Kontakte gepflegt und Zugehörigkeiten zu sportlichen und kulturellen sowie kirchlichen Gruppen angestrebt.

Unsere MitarbeiterInnen

Die Arbeit in der Villa Kunterbunt erfordert MitarbeiterInnen mit fachlicher Kompetenz und hoher Belastbarkeit, die es verstehen, ihre Qualifikation und das daraus resultierende Wissen mit Zuneigung und Wärme zu verbinden. In unseren Häusern leben Paare. Beide Partner haben eine pädagogische Ausbildung. Ein Partner ist jeweils für die Kinder Hauptbezugsperson, der zweite Partner ist auf dem freien Arbeitsmarkt tätig und arbeitet ehrenamtlich bei uns mit. Unterstützt werden die Paare von einer weiteren pädagogischen Fachkraft.

Dadurch bieten wir unseren Kindern die Chance, ein funktionierendes Familiensystem zu erleben. Die Arbeitszeit orientiert sich an der Bereitschaft, dienstliche Angelegenheiten und persönliche Bedürfnisse eng miteinander zu verknüpfen. Die Arbeit bei uns erfordert ein hohes Maß an Engagement. Die Bedürfnisse der uns anvertrauten Kinder haben eine hohe Priorität. Die angestrebten Erziehungsziele können nur mit einer höchstmöglichen Konstanz der Bezugspersonen verwirklicht werden.

Unser Fachangebot

Einrichtungsintern:
  • Heilpädagogische Entwicklungstherapie
  • Familienberatung
  • gezielte Trainingsprogramme z.B. bei Schulversagen
Extern:
  • Kinderpsychotherapie
  • Musik- und Kunstschule
  • Logopädie
  • Ergotherapie
  • Hilfeplanung

Als Voraussetzung für eine effektive Hilfeplanung wird eine sorgfältige Diagnostik in unserer Einrichtung ggf. auch mit Unterstützung von Fachkräften außerhalb erstellt. Hilfepläne sind für uns ein wichtiges Instrumentarium, um zum einen Fort- und Rückschritte bei den Kindern zu erkennen, zum anderen dienen sie zur Reflexion für die am Erziehungsprozeß Beteiligten.

Der Elternkontakt

Zu einem ersten Elternkontakt kommt es dann, wenn wir es gegenüber dem Kind verantworten können. Der Elternkontakt wird stufenweise aufgebaut. Zu Beginn können sich die Eltern telefonisch nach dem Befinden ihres Kindes erkundigen. Nach einer Zeit der Eingewöhnung findet ein ausführliches Gespräch zwischen den Eltern und uns statt. Ist nach dem Elterngespräch, nach Gesprächen mit dem Kind bzw. nach Einschätzung der MitarbeiterInnen ein erster Kontakt vertretbar, erfolgt der erste Elternbesuch in unserer Einrichtung. Nach einem positiven Verlauf regelmäßiger Kontakte und Besuche sind Tages-, Wochenend- oder Ferienbeurlaubungen zu den Eltern möglich. Wir bieten den Eltern regelmäßige Gesprächsrunden zum Austausch, zur Information und Beratung.

Die Aufnahme

Die Aufnahmeentscheidung treffen die MitarbeiterInnen der Heimfamilie. Da das Kind nach der Unterbringung rund um die Uhr mit unseren MitarbeiternInnen zusammenlebt, muss ein Kontakt vor der Aufnahme stattfinden. Nach diesem ersten Kontakt steht den Beteiligten eine angemessene Zeit zur Entscheidungsfindung zur Verfügung.

Es besteht auch die Möglichkeit, dem Kind ein Probewochenende zum gegenseitigen kennen lernen einzuräumen. Mit der Aufnahme in ein Familiengruppenhaus wollen wir bisherige Beziehungen ruhen lassen, um dem Kind die Möglichkeit zu geben, sich ganz auf das neue Beziehungsgefüge zu konzentrieren.

Die Entlassung

Wir streben an, den Kindern bzw. Jugendlichen nach der Entlassung bis zur sicheren Integration in ihr neues Umfeld umfangreiche Hilfestellungen anzubieten.

 

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